Stimmungsaufheller

Der vielerseits prognostizierte Brexit-Domino-Effekt scheint sich nicht zu halten. So wird das gestrige Ergebnis der Wahl zuminest vielerorts interpretiert und die Stimmung ist durchgehend pro, gemeinsam und ganz im Sinne eines Miteinander. Dieser Schwung darf nun gerne länger anhalten, und wenn sich Kandidaten wie Emmanuel Macron behaupten darf die positive Stimmung die letzten Skeptiker aus der Reserve holen. Ein Kandidat der Mitte, einer der sich um die Liebe vieler Mitmenschen bemühen wird. Einer, der sich der politischen Realität gegenüber in den kommenden Jahren beweisen muss.

Der Vergleich zu den USA wird nicht nur im New Yorker angedeutet. Dort, wo sich das Volk für den “anderen” Kandidaten entschieden hat geschieht dies ebenso. Das einzige, was Trump und Macron gemeinsam haben, dürfte der Status des Aussenseiters sein. In Bezug auf die politischen Ansichten befindet sich mehr als eine Grundhaltung zwischen den beiden Kandidaten. Persönlich stellt sich mir dann die Frage, welche Chancen ein Kandidat wie Bernie Sanders wohl gehabt haben könnte. Weiterführend wäre ebenso interessant, wie das Ergebnis ausgesehen hätte, wenn Hillary Clinton sich von ihrem Gegner noch deutlicher unterschieden hätte und zumindest teilweise die Ideen von Sanders weiterverfolgt hätte.

Was-wäre-wenn-und-hätte-Spiele sind aber nur soweit interessant, solange man eine Lehre für die Zukunft daraus ziehen kann. Dies kann man nur bedingt darstellen, v.a. weil letztendlich niemand mehr vorhersehen kann, inwieweit die politisch populistischen Demagogen sich nun aufstellen werden. Mancherorts beginnen sie gemäßigtere Töne anzuschlagen, vielleicht ebenso eine Taktik? Höchstwahrscheinlich.

Kritisch. Pro. Gemeinsam. Miteinander. In Europa, aber auch in der ganzen Welt.

Links:

http://www.newyorker.com/humor/borowitz-report/french-annoyingly-retain-right-to-claim-intellectual-superiority-over-americans

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Digitalisierungsgedanke(n)

Auswirkungen der Digitalisierung, es gibt wohl kein anderes Thema, welches mehr Diskussionsstoff im Moment bietet. Experten da wie dort, der beigefügte Artikel mag wohl einer unter vielen sein, aber er scheint aus verschiedenen Gründen heraus.

Warum?

Weil er mehre Aspekte und auch historische Hintergrundinformationen miteinbezieht. Folgeerscheingungen und Auswirkungen auf breiter Ebene werden ebenso wenig vernachlässigt wie auch der Ausblick darauf, welche Berufe überleben werden und welche neue Berufsbilder entstehen könnten. Bedarf an Menschen wird es da wie dort geben, die Frage ist nur mehr wie diese aussehen können.

Yuval Noah Harari, der Autor von Sapien und Homo Deus bietet mehr als nur einen Einblick in diesem Artikel. Gut strukturiert ermöglicht er es der Leserschaft eine konkrete Vorstellung davon zu bekommen wie er sich eine potentielle Zukunft vorstellt. Persönlich gehe ich in vielen Punkten konform, v.a. weil Eigenerfahrung in beruflicher Sicht deutlich gezeigt haben, dass Computer in den letzten Jahrzehnten vielen Menschen die Arbeit weggenommen haben. Die letzten Jahre waren davon geprägt, dass langerhoffte Synergie-Effekte in der Computerwelt zum Vorschein kommen. Dies wird durch die Verbesserung von Rahmenbedingungen, namentlich der ausgebauten Infrastruktur (Datenleitungen, Verbreitung & Performance und der Bedeutungslosigkeit von Betriebssystemen für den Import / Export von Daten um diese Dinge etwas griffiger zu machen) stark begünstigt. Dazu kommen Algorithmen und automatisch agieriende Systeme, welche bisherig eingesetzte Datatypisten ersetzen.

Die Wellen der Digitalisierung haben schon begonnen und die Welt ausserhalb des “konservativen Westens” hat vieles davon schon bemerkt, und aktiv im Einsatz. Dabei auch noch zusätzlich andere Technologieschritte problemlos überspringend, neue Berufsbilder aktiv aufbauend und sich der Frage nach alten Berufsbildern gar nicht stellend.

Stellt sich dabei die Frage der Angst? Nein, auf keinen Fall – denn es zeigt sich jetzt schon, dass man stark daran interessiert ist, diesen Zug nicht zu verpassen. Das Gefühl lässt mich auch nicht los, dass die Dynamik regions- und bereichsspezifisch stark unterschiedlich vorgehen wird. Staatliche System und Bildungseinrichtungen werden am Stärksten gefordert sein und hier wird die Frage noch lange offen bleiben wie sie hier der Fels in der Brandung bleiben. Dies ist auch der Punkt wo mein Optimismus an seine Grenzen stösst – die Auffassung, dass diese beiden Systeme kläglich versagen werden und den Konzernen die Bühne überlassen “müssen” verstärkt sich seit Jahren.

Links:

http://ideas.ted.com/the-rise-of-the-useless-class/

Gesellschaftsmedienwert

Werte der Gesellschaft, Wert der Medien und der öffentlich-rechtliche Diskurs, Themen, welche uns noch lange Zeit beschäftigen werden. Im aktuellen Public Value Bericht des ORF wird im Beitrag von Claudia Reiterer mit dem Titel “Reden wir über den Talk” auf die Wichtigkeit (und auch auf die Herausforderungen) der Diskussionsrunden hingewiesen. Ein kleiner Einblick wird den LeserInnen geboten und .. nach dem Besuch manch dieser Runden, vor allem “live” kann man dem wohl beipflichten.

Persönlich lernt man über die Sachlage, das Thema und die Personen wohl selten mehr als in gut vorbereiteten, moderierten und organisierten Diskussionsrunden. Klingt leicht, ist es aber nicht – das muss man gar nicht mal selber mal machen um das zu verstehen. Empfehlen kann man auf jeden Fall, die auf ORF oder bei Möglichkeit live gezeigten Diskussionen zu verfolgen. Manche Themen sind interessant, manche weniger, dazu lernen kann man nahezu überall. Perspektivenerweiternd, inklusive einer Förderung der – hoffentlich – schon vorhandenen Medienkompetenz.

Ein Schönes Beispiel dafür – hier erfüllt der ORF seinen öffentlich-rechtlichen Auftrag in präsentativer Form. 🙂

Links:

http://zukunft.orf.at/show_content.php?sid=145

http://der.orf.at/unternehmen/programmangebote/fernsehen/sendungen/sendungen-a-c/buergerforum100.html

http://tvthek.orf.at/profile/Im-Zentrum/6907623/IM-ZENTRUM-Schicksalswahl-in-Frankreich-Wer-wird-Praesident/13927307

Oldschoolprintpropaganda

Medienpropaganda aus dem Lehrbuch, wohl einem alten Schulbuch entnommen, frei nach dem Motto “Alt, aber Gut”. Vor allem weil es ja funktioniert und man darauf vertrauen kann, dass das Kleingedruckte gerne übersehen wird.

Freundlicherweise hat Kobuk das mal zusammengesammelt – das sollte aber nicht Menschen daran hindern, die Nachrichten dieser Printmedien in Zukunft zu verweigern. Kritisch betrachten hilft weiterhin ungemein und das Gute daran ist, dass einige Vertreter diese Artikel auch entsprechend kennzeichnen. Jene, die es nicht tun, gehört das Vertrauen bzw. der kritische Konsum nicht geschenkt. Sag ich mal! 🙂

Links:

https://www.kobuk.at/2017/05/wie-die-presse-die-pr-bilder-von-kurz-und-kern-apportiert/

Wandfarbenkunst

Urban Art, Street Art, Graffiti – viele dieser oftmals künstlerisch unterschätzten Bereiche bewegen sich auf einer Gradwanderung zwischen Legal und Illegal. Jene, die sich dies als Hobby gefunden haben, müssen sich die zu gestaltende Fläche hart erarbeiten. In der Natur der Sache liegt es, dass diese Kunstwerke weder in Galerien noch in Museen einen regelmässigen Platz finden wollen. Die Straße, die Öffentlichkeit ist wohl der angestammte Platz dafür.

Das Karikaturmuseum Krems hat zu einem Workshop geladen, und diesmal den erfahrenen Graffiti “Künstler” Paul Hoffman (Art Director, Rotkäppchen & Goliath) eingeladen. Ein paar unbedarften aber leidenschaftlich interessierten Workshop-TeilnehmerInnen wurden die Grundlagen dieser Kunst nahegebracht. Ein Wand wurde aufgetrieben und mit den mitgebrachten Spraydosen diese verschönt, oder zumindest bunt gestaltet. Die Luft wurde im Laufe des Workshop immer dichter und dichter, dies hielt die TeilnehmerInnen nicht davon ab weiter mitzumachen und die von Neugierde geprägte Aufmerksamkeit aufrecht zu erhalten.

Bis zum Ende und darüber hinaus, Begeisterung war gut zu erkennen und die Neugierde wurde geweckt in zukünftigen Workshops teilzunehmen. Schön, mehr davon, bitte! 🙂

Links:

http://www.karikaturmuseum.at/de

https://www.kunsthalle.at/en/kunsthalle-krems

http://r-g.at/index.html

http://www.spraycity.at

http://ilovegraffiti.de

http://www.montana-cans.blog

http://www.stylefile.de

http://www.wienerwand.at

https://en.m.wikipedia.org/wiki/Urban_art

https://en.m.wikipedia.org/wiki/Street_art

https://en.m.wikipedia.org/wiki/Graffiti

Medienveränderungshaltung

“Veränderung ist wichtig und notwendig.”

An den bestehenden Systemen festzuhalten, diese in täglichen Ablaufen rhythmisch aufrecht zu erhalten verhindert nicht nur den Fortschritt. Im Gegenteil, eigentlich passiert dadurch ein stetiger Rückschritt – die Möglichkeiten der Gegenwart nicht zu nutzen, schleudert uns gesellschaftlich wie durch eine Zeitmaschine in die Vergangenheit zurück. Kulturpessimisten wünsche sich dies, ohne aber die Konsequenzen zu bedenken – auf der anderen Seite passiert dies den Early Adoptern ebenso. Vor allem wenn sie sich halbwegs planlos auf Neuland begeben um herauszufinden wie wohl die neuen Dinge funktionieren.

Im Artikel1 von Vanessa Peiker (ORF, Personal & Schulung) ist primär die Rede der vor geraumer Zeit in der Welt der Messenger angekommenen Bots. Wie bei anderen Themen sind die Rahmenbedingungen nun auch für die Bots in angenehmer Form vorhanden. Die Infrastruktur passt und der Nutzen ist nun auch für einige Menschen ersichtlich. Skepsis hat mich zu Beginn des Aufkommens umgeben, wohl auch weil der Fokus auf die Bereiche des e-commerce gelegt wurden. Das Ziel war klar definiert – mehr an die Konsumenten zu verkaufen. Bin dankbar, dass sich dies bisher nicht erfüllt hat. daumenhoch Stattdessen – wird fröhlich experimentiert, geforscht und spielerisch ausprobiert was hier möglich ist. Immer noch am Anfang, aber es zeigt sich immer deutlicher, die Kommunikation werden die kleinen Dinger auf jeden Fall nachhaltig verändern.

Weiter so …

  1. siehe Public Value Report 2017: Kapitel Unternehmenswert

Lichtspielereien

“Morgen werden wir wissen, wie glücklich wir gestern waren.”

Peter Licht war im Schauspielhaus, und bediente sein Publikum mit einem Abend voll Poesie, Musik und Liedgut mit sympathischen Untertönen. So war es gestern, so wird es immer sein. Nur mit einem Unterschied, letzteres wird durch den Plattenteller im heimischen Umfeld erzeugt. Der Abend selbst war durchzogen von Lesungen aus seinem letzten Buch und einer Abfolge von Liedern. Gekonnt und teils textvergessend präsentiert, aber mit Charme und Witz professionell überspielt. Das Publikum belohnte nicht nur die Ausrutscher mit liebevollen und begeisterten Applaus.

Ohne einem Souvenir von diesem Abend nach Hause zu gehen, das ging einfach nicht – also wurde den Schreien eines Buches und einer Platte mit dem Titel “Lob der Realität” nachgegeben. Denn eines ist klar, ein Bücherwurm geht nie alleine ins Bett.